Mettmann, 23.02.2019, von H.Wenzel

THW-Pumpen leeren Mettmanner Löschteich

Haan, 23. Februar 2019. Der angeschlagene Damm eines Feuerlöschteiches im Osten von Mettmann hat ab Donnerstag Nachmittag zu einem Pumpeinsatz des Technisches Hilfswerks geführt.

Die Schadenstelle: Auf der Dammrückseite des Löschteiches war das Erdreich unterspült worden. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

In einer Hofschaft im Osten von Mettmann dient der Teich als Löschwasserreservoir für die umliegenden Gebäude. Ein technischer Defekt im Bereich des Wasserüberlaufs führte dazu, dass das Erdreich auf der Dammrückseite unterspült und der Damm stark geschwächt wurde. Auf Anforderung der Feuerwehr Mettmann begutachtete der Technische Berater Deichverteidigung aus dem THW-Ortsverband Mülheim a. d. Ruhr, Stefan Cohaus, den Damm. Gemeinsam wurde beschlossen, den Damm unverzüglich zu entlasten: Ein Großteil des Wassers sollte aus dem kleinen See abgepumpt werden.

Zur Förderung großer Wassermengen hält das Technische Hilfswerk Hochleistungspumpen vor. Diese Pumpen sind im Bereich der THW-Regionalstelle Düsseldorf in den Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen der THW-Ortsverbände Ratingen und Solingen stationiert. Ratingen entsandte zwei Pumpen vom Typ „Börger“ mit einer Förderleistung von je 5000 l/min; aus  Solingen kam eine Pumpe vom Typ „Hannibal“ mit einer Kapazität vom 10000 l/min. Die maximale Förderleistung der Pumpen in Höhe von 20 Kubikmeter in der Minute konnte jedoch nicht ausgenutzt werden: Im Mettmanner Bach, in den das abgepumpte Wasser eingeleitet wurde, durfte keine starke Strömung erzeugt werden, ansonsten wäre der Ufersaum erodiert. Starke Strömung hätte auch im weiteren Bachverlauf Totholz an einer kleinen Brücke so anschwemmen können, dass das angestaute Wasser einen Fahrweg überflutet hätte. Die einleitbare Wassermenge war auch deshalb begrenzt, weil der Bach die Mettmanner Innenstadt in unterirdischen Rohren durchquert, die die großen Wassermassen nicht hätten aufnehmen können, ohne dass Überschwemmungen die Folge gewesen wären. Mit Rücksicht auf den Fischbesatz im Teich muss zudem ein ausreichender Restwasserstand verbleiben.

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde der regulierbare Wasserablauf des Teiches, „Mönch“ genannt, in einer Tiefe von vier Metern in Stand gesetzt und in sein Abflußrohr auf einer Länge von acht Metern ein Kunststoffrohr mit 40 cm Durchmesser eingezogen. Der Damm selbst wurde mit Erdreich aufgefüllt. Auf der Dammkrone wurde mit einem Kunststoffflies und Steinen ein zweiter Überlauf geschaffen, der den Pegel des Löschteiches bei maximal 60 cm halten wird. Während der Arbeiten wurde der Wasserstand des Löschteiches weiterhin niedrig gehalten bzw. noch gesenkt. Die drei Großpumpen wurden allerdings schrittweise durch Tauchpumpen ersetzt, weil die Wassertiefe für ihren reibungslosen Betrieb nicht mehr ausreicht oder sie ihren Platz für die Erdarbeiten räumen müssen.

 

Da die Pump- und Instandsetzungsarbeiten auch während der Nachtstunden stattfanden, sorgte der THW-Ortsverband Haan mit seiner Fachgruppe Beleuchtung für Licht am Einsatzort. Er stellte als örtlich zuständige THW-Einheit mit Zugführer Matthias Mauermann und dem Zugtrupp auch die Einsatzleitung für die eingesetzten THW-Helferinnen und -Helfer. In Spitzenzeiten betrug die Mannschaftsstärke bis zu 32 THW-Kräfte, sie kamen aus den THW-Ortsverbänden Düsseldorf, Haan, Mülheim a. d. Ruhr, Ratingen und Solingen. Die Versorgung mit Betriebsstoffen stellt die Fachgruppe Logistik/Materialerhaltung (FGr LogM) aus Düsseldorf sicher, verpflegt werden alle Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz aus Mettmann; die Gesamteinsatzleitung obliegt der Feuerwehr Mettmann. Der Einsatz endete für die THW-Angehörigen am Samstag gegen ein Uhr morgens.

Fotografie:            Matthias Mauermann (Zugführer / THW Haan),
Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW Haan)

Text:                        Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW Haan)

 

Anmerkungen:

Das Technische Hilfswerk, die Katastrophenschutzorganisation des Bundes, leistet technische Hilfe im In- und Ausland. Die Einsatzkräfte sind als Experten im Bevölkerungsschutz mit Fachwissen und Spezialgerät anerkannte Partner für Feuerwehr, Polizei und andere Organisationen: So retten sie unter anderem Menschen und Tiere aus Gefahrenlagen, bekämpfen Überflutungen, überbrücken ausgefallene Stromversorgungen, leisten Räumarbeiten und bauen mobile Kommunikationsnetze auf.

Der Zugtrupp (ZTr) führt einen Technischen Zug (TZ). Er koordiniert Einsätze taktisch / technisch und wickelt sie ab. Im Einsatzfall richtet er eine Befehlsstelle ein und betreibt sie für den Technischen Zug sowie ggf. für weitere unterstellte Einheiten / Teileinheiten. Ferner organisiert der Zugtrupp den Personal- und Materialeinsatz sowie die Logistik für die unterstellten Einheiten. Er stellt die Verbindung zur übergeordneten Einsatzleitung (EL) bzw. Führungsstelle (FüSt) sowie zu benachbarten Einheiten / Organisationen her.

Die Fachgruppe Beleuchtung macht die Nacht zum Tag. Sie besitzt eine breite Palette von Beleuchtungsmitteln, um Einsatzstellen, Bereitstellungsräume oder Veranstaltungsorte großflächig auszuleuchten. Mit unterschiedlichen Lichtmastanlagen oder anderen Leuchtmitteln gelingt es, auch großflächige Areale von rund 100 x 100 Metern in kurzer Zeit weitgehend schattenfrei und ohne störende Blendwirkung taghell zu erleuchten.

Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen ist das leistungsstarke Instrument des THW bei der Bekämpfung von Überflutungen und Überschwemmungen. Mit ihren unterschiedlichen Pumpen kann sie in Kellern, Schutzräumen oder Verkehrsanlagen eindringendes Wasser abpumpen. Die Fachgruppe ist in der Lage, über längere Strecken Wasserleitungen zu errichten, um beispielsweise Löschwasser für die Feuerwehr zu fördern. Bei der Beseitigung von Wasserschäden in Abwasseranlagen kann sie die Betreiber durch fachlich qualifizierte Arbeiten unterstützen.


  • Die Schadenstelle: Auf der Dammrückseite des Löschteiches war das Erdreich unterspült worden. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Den Nippel durch die Lasche ziehen — Befestigungspunkte (oben rechts auf dem Anhänger) sind manchmal nur schwer zu erreichen. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Der Damm des Löschteiches war auch Operationsbasis der zwei Ratinger Pumpen des Technischen Hilfswerks. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Geradezu idyllisch — die Solinger Hannibal am Teichufer. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Blaue Saugschläuche und weiße Druckschläuche führen zu bzw. von der Pumpe weg. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Die optimale Pumpleistung bedarf einer knickfreien Schlauchverlegung. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Indem das Wasser im Mettmanner Bach noch in Schläuchen geführt wurde, wurde der Ufererosion vorgebeugt. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Ein Nadelöhr — der Wasserabfluß unter dem Fahrweg. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Zwei Mann in einem Boot — ab und an musste die Wassertiefe des Teiches gemessen werden. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Geführt wurden die THW-Einheiten vom Zugtrupp des Haaner Ortsverbandes. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Feuerwehr und THW auf dem Gipfel des Mönchs der verstopfe Wasserabfluß des Teiches sorgte für massive Probleme. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

  • Wasser, das aus einer Schadstelle im Abflussrohr ausgetreten war, hatte das Erdreich auf der Dammrückseite unterspült. (Foto: Helmut Wenzel / THW Haan)

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